Eine schwierige Arbeit – Teil 2

In diesem Monat beginnen wir gemeinsam mit unserer Partnerorganisation Raznye-Ravnye (Verschiedene-Gleiche) in Minsk offiziell ein neues Projekt mit dem Titel „Arbeit – Wege zur Beschäftigung junger Behinderter in Weißrussland – 2". Das Projekt stellt die Fortsetzung des gleichnamigen ersten Teils des Projekts dar, welcher im Frühjahr 2008 abgeschlossen wurde.

Ziel der Projekte ist es, die Möglichkeiten junger Belarussen mit Behinderungen zu verbessern, auf dem belarussischen Arbeitsmarkt eine reguläre Anstellung zu erhalten. Im ersten Teil des Projekts wurden zu diesem Zweck Seminare durchgeführt, um jungen Menschen Schlüsselqualifikationen für eine erfolgreiche Durchsetzung auf dem Arbeitsmarkt zu vermitteln, sowie sie über Rechte und Verfahrensweisen bei der Arbeitssuche zu informieren. Diese Seminare erfreuten sich großen Zuspruchs und wir merkten, dass ein großer Bedarf für diese Art von Projekten bestand.

Seit dem Ende des ersten Projektes haben unsere Partner und wir uns viele Gedanken gemacht, über Erfolg und Misserfolg und auch darüber, wie der nächste Schritt auszusehen hat. Mit Hilfe der Evaluationen, die im Laufe des vergangenen Projekts durchgeführt wurden, kamen wir zu dem Schluss, dass eine Intensivierung der Qualifizierungsmaßnahmen nötig ist und auch Vertreter des Arbeitsmarktes mehr mit einbezogen werden müssen.

Nun beginnt also der zweite Teil des Projektes, in dem wir versuchen, verschiedene Ziele miteinander zu vereinen. Im Mittelpunkt stehen selbstverständlich wieder junge Belarussen mit Behinderungen. Diese sollen in zwei Stufen weitergebildet werden, um sich besser auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu können. In der ersten Stufe werden wir mit größeren und in der zweiten Stufe dann intensiver mit kleineren Gruppen arbeiten. Parallel werden von Studenten der minsker pädagogischen Universität die Vor- und Nachteile der beiden Methoden evaluiert.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projektes ist die Zusammenarbeit mit Arbeitsämtern und Arbeitgebern. Dabei geht es zum einen darum, diese Stellen an das Thema Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen heran zu führen, und zum anderen darum, von ihnen zu erfahren, wie sich die Situation aus ihrer Sicht darstellt. Es soll also eine umfassende Analyse des belarussischen Arbeitsmarktes durchgeführt werden, denn neben der Qualifizierung der Menschen mit Behinderung ist das zweite Ziel des Projektes die Erstellung eines Handbuches, in dem die Ergebnisse der Untersuchung zusammengefasst werden und welches als Leitfaden sowohl den Arbeitssuchenden beim Erlangen einer Anstellung helfen soll, aber auch den Arbeitsämtern und Arbeitgebern bei der Vermittlung und Anstellung von Menschen mit Behinderungen.

Dieses Projekt wird uns in den nächsten anderthalb Jahren beschäftigen und wir werden Sie hier über den Fortschritt des Projektes auf dem Laufenden halten. Die ersten Schritte werden jetzt erst einmal die Überwindung der bürokratisch Hürden zur Registrierung des Projektes sein. Gefördert wird das Projekt, wie schon sein Vorgänger, von der Aktion Mensch.

Ruben Werchan (Projektkoordinator)